Mehrgenerationsarbeit

Im Oktober 2016 beantragten wir für 174 Personen, die für die Dresdner Tafel verbindlich mindestens einmal wöchentlich fünf Stunden arbeiten, bei der Bürgerstiftung aus dem Fond „Wir für Sachsen“ die Aufwandsentschädigung für Ehrenamtliche (für das Jahr 2017)

174 Ehrenamtliche plus 3 Angestellte arbeiten wöchentlich, davon > 60 Personen drei oder mehr Tage pro Woche, um die Arbeit in der Dresdner Tafel zu wuppen.

Die überwiegende Mehrheit unserer Mitwirkenden sind Langzeit-Erwerbslose und erleben bzw. suchen durch die Mitarbeit in der Dresdner Tafel die sogenannte „Teilhabe am Leben in der Gesellschaft durch Arbeit“. Das bedeutet, Arbeit strukturiert die Woche, verleiht Lebenssinn, ermöglicht freundschaftliche, kollegiale oder zweckmäßige soziale Kontakte sowie Verantwortung übernehmen zu können und (mit-)tragende Funktionen innehaben zu können.

Eine weitere Teilmenge unserer Mitwirkenden sind aber auch Berufstätige jeden Alters, Auszubildende, Studierende, Praktikanten und sogar Schüler/Abiturienten, die hoch motiviert sind, sich im Interesse sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit für das Gemeinwohl einzusetzen, also einen Beitrag für einen nachhaltigen Umgang mit den natürlichen Ressourcen gepaart mit der Idee des sozialen Ausgleichs zu leisten.

Wir wollen vorschlagen und uns dafür einsetzen, dass zukünftig noch viel mehr Menschen eine „Teilhabe am Leben in der Gesellschaft durch Arbeit“ wahrnehmen können und halten die Begriffe ‚Mehrgenerationsarbeit‘ und ‚Mehrgenerationsarbeitsmarkt‘ sehr aussagekräftig für regelmäßige sozial und ökologisch notwendige oder zweckmäßige Tätigkeiten, ggf. als Dienstleistung von und für Menschen mit niedrig(st)en Einkommen bzw. von gemeinnützigen Einrichtungen für gemeinnützige Einrichtungen oder Körperschaften öffentlichen Rechts.

Wir erfahren täglich, wie Menschen mit individuellen Lebensläufen, individuellen Persönlichkeitsmerkmalen und/oder individuellen Lebensentwürfen nach Maßgabe der Gesetze unserer Gesellschaft in ihrer Wahlfreiheit eingeschränkt werden, selbst zu entscheiden, auf welche Art und Weise sie zur Gesellschaft beitragen wollen.

Unser Vorschlag an die entsprechenden Verantwortlichen, zuständig für die Handlungsmöglichkeiten in den Jobcentern:

Wir wünschen uns, gern unter der Bezeichnung „Gesellschaftsarbeiter“, eine Art „Beschäftigungsstatus“ für Menschen, denen von gemeinnützigen Einrichtungen bestätigt wird, dass sie mindestens 20h pro Wochen ehrenamtlich tätig sind. Ausgestattet mit diesem Beschäftigungsstatus sollen die gemeinnützigen Einrichtungen die Verantwortung für Förderung, Qualifikation und Teilhabe am Leben in der Gesellschaft übernehmen, gepaart mit dem (reinen) Leistungsbezug nach SGBII durch die Jobcenter.

Zusätzlich sollten für einen „Gesellschaftsarbeiter“ bis zu 10 EUR Aufwandspauschale pro Einsatztag mit mindestens fünf Arbeitsstunden anrechnungsfrei sein.